Hallo Greta, Wir bleiben wie Wir sind

eine moderne Bußpredigt ohne Ablass
als  satirisch-kritische Abrechnung mit der Best Ager und Baby Boomer Generation

 

Wir600

Kabarettistische Exit-Phantasien – eine Auszug aus dem Programm

Mir ist gerade eine alte Twitter Nachricht der katholischen Kirche in die Hände gefallen aus der Zeit der Pest. Der Papst hat damals natürlich nicht über Google getwittert, bekam trotzdem für diese Nachricht unheimlich viele Likes. In diesen 140 Zeichen sagt er: „Die Schwarze Pest ist nicht nur eine schlimme Krankheit, sondern auch ein Heilmittel, eine hilfreiche Züchtigung des Himmels, weil’s die Menschen wieder mal zu wild getrieben haben. Der Heilige Vater sagt zweitens: Der Schwarze Tod ist nie besiegt. Weil der zieht sich als Schläfer in die dunkelsten Verliese des Kosmos zurück und schlägt dann als Spanische Grippe, Ebola, Sars, Corona1 bis19 wieder zu , wenn es zu viel Big Brother, zu viel Plastik, zu viel German Wings, zu viel Nespresso gibt. Gut das glaub ja heute auch keiner mehr, daß Corona eine Züchtigung Gottes ist.
Wobei…, ich finde ganz abstrus ist so ein Gedanke wiederum nicht, wenn man die Bilder der NASA von China oder Italien anschaut. Vor der Krise und nach 4 Wochen Lockdown: der Himmel blank, kein Smog, keine Abgaswolken, der Planet jungfräulich wie ein frisch ein geölter Baby Popo. Dank Corona hat die Welt innerhalb von 4 Wochen ihre Klimaziele erreicht.

Wobei ich schon befürchte, wenn die Kids wieder in die Schule gehen, Daimler wieder seinen Diesel baut und Wiesenhof seine Hähnchen köpft: Wenn Peter Altmaier zur Generalmobilmachung aufruft: Mehr Konsum, mehr Produktion, mehr Verschleiß, die alte Welt wieder ihren Sinn findet, dann wird die Zeit kommen, daß Greta, unser schwedisches Kassandra Girl, die vier Apokalyptischen Reiter zu uns auf die Reise schickt: Hitze, Trockenheit, Waldbrände; Überschwemmungen. Verzweifelte Politiker werden dann nicht mehr Virologen, sondern Klimaforscher an Ihre Seite holen und deren Beistand erflehen, Aber den deprimierten ungehörten, Wissenschaftler bleibt nur noch der banale Abschiedssatz „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

In Rom versucht der Papst noch das Schlimmste zu verhindern und mit Urbi et Orbi und Orbi et Urbi in einer Endlosschleife die deprimierte Welt zu segnen. Aber nichts geschieht. Doch dann nach der 14687.Urbi-et -Orbi-Segnung meldet sich endlich Gott und informiert den Vatikan, daß es einen neuen Messias gibt.
Er heißt RADU ein rumänischer Erntehelfer aus dem hintersten Winkel von Transilvanien. Wie die Drei Könige pilgert die Welt in das kleine Dorf Szekelymusznai Kultürotthon und dort finden sie RADU, nicht in einem Stall, nicht in einer Krippe und nicht gewickelt, sondern mit einer Zigarettenkippe im Mund auf einem Pferdewagen.
Und die Hipster und Nerds, die Ökoheiligen, sogar Mitglieder der CDU Mittelstandsvereinigung sind untern den Pilgern, sie alle betteln, daß Sie bei RADU ein Praktikum machen dürfen, viel Geld werden Sie ihm bieten, daß Sie in Pferdeställen, Scheunen oder verlausten russischen LKWs übernachten dürfen, nur um bei RADU das einfache Leben zu erlernen.
Weil RADU weiß nämlich , wie man ohne Strom auskommt, wie man einen Pferdewagen lenkt und wie viele Plastikkanister man braucht , um vom Dorfbrunnen das Trinkwasser zu holen, RADU kann Autos klauen, Schweine schlachten, Radios reparieren, uneheliche Kinder zeugen. Und vor allem RADU weiß: Wie man ohne Clopapier auskommt!!.

© Otmar Traber